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Samstag, 13. Juni 2015

Wetter 14.06.2015: Gewitter im Alpenvorland


Gültig von: 14.06.2015, 08:00 MESZ bis 15.06.2015, 08:00 MESZ
Erstellt am: 13.06.2015, 22:05 MESZ

Einschätzung

Kategorie Slight - für Teile Bayerns und Baden-Württembergs

Thunderstorms - für Teile Bayerns und Baden-Württembergs

Zusammenfassung

Es besteht Potential für langanhaltenden Starkregen und Hagel zwischen 3 und 5 cm.

Synoptik

Ein Langwellentrog ist nördlich der skandinavischen Länder positioniert, an dessen Südwestflanke ein Kurzwellentrog in Deutschland hereinzieht. Über der iberischen Halbinsel dagegen verlagert sich ein Cut-Off weiter südlich während des Prognosezeitraums. An seiner Rückseite steilt sich der atlantische Rücken Richtung Norden auf und verdrängt schließlich im Folgenden langsam den Langwellentrog ab in den Osten.


Unterhalb des Langwellentrogs befindet sich ein Tiefdrucksystem mit mehreren eingebetteten Randtiefs, das jetzt zunehmend die Regie über Mitteleuropa übernimmt. Gleichzeitig schiebt sich mit dem Atlantik-Rücken ein ausgedehntes Hochdrucksystem von West her über die britischen Inseln auf das europäische Festland. Dadurch fließt maritime Kaltluft von Nordwest in Deutschland ein, während im Alpenvorland und den Alpen noch die feuchtwarme Luftmasse der vergangenen Tage residiert.

Diskussion

In einem Umfeld mit 1.000 bis maximal 1.500 J/kg CAPE herrschen morgen etwa über der Mitte Bayerns bis zu 15 m/s 0-6 km Scherwinde vor, die durch 150 bis 200 m²/s² 0-3 km SRH gestützt werden. Diese dürften zunächst noch mit CIN bis -250 J/kg ordentlich gedeckelt sein, bevor es dann zum frühen Nachmittag mit Hilfe der Orographie schnell in die Höhe gehen wird. Fraglich bleibt, wie gut das kinetische Setup abgerufen wird, denn die Modelle simulieren eher keine Aktivitäten an der Kaltfront. Somit bleiben die Hauptgefahren bei Zuggeschwindigkeiten von maximal 35 km/h und einem Wassergehalt um die 35 mm erneut bei langanhaltendem Starkregen, die sich in 24 Stunden durchaus auf 80 bis lokal sogar 100 L/m². Bei Lapse Rates von 7,5 °C/km, hohen Wolkenbasen und trockenen Lufteinschüben in den unteren Luftschichten ist mit jedem starken Aufwindbereich, vor allem bei potentiell rotierenden, mit Hagel von 3 bis 5 cm oder größer zu rechnen.

Freitag, 12. Juni 2015

Wetter 13.06.2015: Konvergenz/Kaltfront über der Nordhälfte


Gültig von: 13.06.2015, 08:00 MESZ bis 14.06.2015, 08:00 MESZ
Erstellt am: 12.06.2015, 23:00 MESZ

Einschätzung

Kategorie Moderate - für Teile Sachsen-Anhalts, Brandenburgs, Berlins, nördliches Sachsen

Kategorie Slight - für Teile Nordrhein-Westfalens, Hessens, Thüringens, Niedersachsens, Bremens, Hamburgs, Schleswig-Holsteins, Mecklenburg-Vorpommerns, südliches Sachsen

Thunderstorms - für alle Teile Deutschlands außer der Mitte Bayerns/des Südens Baden-Württembergs

Zusammenfassung

Es besteht Potential für Starkregen, Hagel zwischen 2 und 5 cm, gefährlichen Windböen und, in schwacher Ausprägung, auch Tornados.

Synoptik

Der Langwellentrog liegt weiterhin recht nördlich von Europa mit Zentrum nördlich Skandinaviens. Dieses wird sich im Prognosezeitraum zunehmend stagnieren und dabei die sowohl über dem Atlantik, als auch über dem Balkan dominieren Rücken in den Süden verschieben. Die Rücken werden nur durch ein Cut-Off über der Biscaya voneinander getrennt, das sich marginal Richtung Südosten orientiert. Westlich des Langwellentrogs entwickelt sich eine Störung zu einem Kurzwellentrog, der sich Richtung Süden orientierend auf Mitteleuropa zubewegt.


Am Boden befindet über der Biscaya ein schwaches steuerndes Tiefdrucksystem, dessen Fronten wellend von West nach Ost entlang der mitteleuropäischen Küstenregionen orientiert ist. In das Frontensystem eingebettet sind Randtiefs mit einer Kaltfront über der Mitte Deutschlands sowie einer Warmfront über Dänemark gelegen. Dazwischen zeigt sich in einer Tiefdruckrinne eine Konvergenzlinie, die wetteraktiv ist.

Unterhalb des Langwellentrogs liegt ein steuerndes Tief, dessen Randtiefs zunehmend Einfluss auf Mitteleuropa bekommen und mit denen sich aus dem Norden kommend über der Nordsee eine Kaltfront nach Süden bewegt.

Diskussion

Eine ziemlich komplexe Wetterlage steht bevor, die erneut für große Unsicherheiten in der Modellwelt sorgt. Auch hier ist nur ein grobes Umrahmen möglich und es gilt die Prämisse: Augen aufhalten. So scheinen die Entwicklungen zum frühen Morgen entlang einer Konvergenzlinie eine Eigendynamik zu entwickeln und sich unter Intensivierung Richtung Ost/Nordost zu bewegen. Gegen Mittag dürfte sich die Konvergenz etwa über der Mitte befinden und in einem Umfeld von bis zu 1.250 J/kg CAPE vorliegen. 0-6 km Scherung ist meist sehr gering (um die 5 m/s) und zeigt sich nur über der Westhälfte, entlang der Kaltfront, mit Werten bis 15 m/s. Umgekehrt sieht es bei 0-3 km SRH aus; dieses ist vor allem über den schwachen Scherungsbereichen bis zu 300 m²/s² stark, während es in den scherungsstarken Bereichen mit 100 m²/s² recht schwach ist. Beste Überlappung scheint noch am ehesten Richtung Norden Deutschlands vorzuliegen.

Die Hauptaktivitäten werden vor allem an der Konvergenz simuliert. Hier sind die Zellen eher stark limitiert aufgrund der geringen Windparameter. Hauptgefahr läge daher vor allem bei langanhaltendem Starkregen bei einem Wassergehalt von 40 bis 45 mm. Hagel wird vermutlich eher klein bleiben, bis maximal 2 cm. Auch gefährliche Windböen sind gerade gegen Abend über dem Osten ein Thema, bei Signalen bis über 100 km/h.

Potentiell höheren Organisationsgrad könnte jede Zelle entlang der Kaltfront erreichen, hier sind auch Mesozyklonen bzw. Superzellen denkbar, die dann mit den oben genannten Gefahren auch mit Hagel zwischen 3 und maximal 5 cm daherkämen. Die Entwicklung wäre bei einer, wie simuliert, wetteraktiven Konvergenz im Vorfeld jedoch thermodynamisch stark limitiert, da nur noch wenig Energie in einer abgekühlten Umgebung vorliegen würde. Sollten sich dennoch rotierende Aufwindbereiche entwickeln, käme auch ein geringes Potential für Tornados ins Spiel, bei 0-1 km Scherwinden von 10 bis 12 m/s und 0-1 km SRH-Werten um die 100 m²/s². Ansonsten dürfte die Gefahrenlage entlang der Kaltfront eher gering sein.

Verifikation

     Gesamtniederschlag in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.          Gesamtzahl an Blitzen in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.

Die Modelle hatten es im Prinzip richtig simuliert: Die Konvergenzlinie würde weitaus aktiver sein als die Kaltfront. Damit blieb der Organisationsgrad der Zellen weitgehend gering, womit die Kategorie Moderate nur durch Zufall noch erfüllt werden konnte. Es sollte sich zeigen, dass die Kaltfront Richtung Brandenburg nochmal Schwung bekam und sich dabei eine Mesozyklone (wahrscheinlich sogar Superzelle) ausbildete, die in Rathenow schwere Downbursts und Schäden an vielen Grünanlagen und Gebäuden verursachte. Mit dieser Zelle kamen zudem innerhalb von kurzer Zeit 40 bis 60 L/m² und Hagel von 3 cm Größe herunter.

Überschätzt wurden dagegen die Aktivitäten der frühen Morgenstunden. Zwar zogen einige Schauer wie prognostiziert über dem Westen von Süd nach Nord, blieben jedoch unelektrisch. Dazu griffen die Gewitter am Abend im Süden am Alpenrand ein Stück weiter nördlich aus als gedacht.


Die Kategorie Slight stimmt dagegen perfekt mit den Gewittern im Norden/Osten überein.





Donnerstag, 11. Juni 2015

Wetter 12.06.2015: Gewitter im Süden, Osten und Westen


Gültig von: 12.06.2015, 08:00 MESZ bis 13.06.2015, 08:00 MESZ
Erstellt am: 11.06.2015, 21:50 MESZ

Einschätzung

Kategorie Slight - für Teile Baden-Württembergs

Kategorie Slight - für Teile Thüringens, Sachsens

Kategorie Slight - für Teile Saarlands, Rheinland-Pfalz', Nordrhein-Westfalens

Thunderstorms - für Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Thüringens, Sachsens, Saarlands, Rheinland-Pfalz', Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, Bremens

Zusammenfassung

Es besteht Potential für Starkregen, Hagel zwischen 3 und 5 cm sowie gefährlichen Windböen.

Synoptik

Der Langwellentrog liegt weiterhin recht nördlich von Europa mit Zentrum nördlich von Westrussland. Dieses wird sich im Prognosezeitraum zunehmend westlich verlagern und dabei die sowohl über dem Atlantik, als auch über dem Balkan dominieren Rücken in den Süden verschieben. Die Rücken werden nur durch ein Cut-Off über der Biscaya voneinander getrennt, das sich marginal Richtung Südosten orientiert. Dazu präsentiert sich weiterhin über dem Nordosten Deutschlands/Nordwesten Polens ein Kurzwellentrog, der aber bis zum Samstag wieder in den Langwellentrog zurück integriert wird.


Am Boden befindet sich überwiegend flaches Geopotential mit Tendenz zum Hochdruck, das nur durch ein schwaches Tief unterhalb des Cut-Offs unterbrochen wird. Dieses besitzt an seiner Vorderseite über Frankreich und dem westlichen Mittelmeerraum diverse Randtiefs, welche feuchtwarme Luftmassen nordwärts in Deutschland hinein transportieren. Die Warmfront des steuernden Tiefs über der Biscaya wird dabei bis zur Mitte Deutschlands gelangen, während aus Westen von Frankreich her ausgehend eine nord-süd-ausgerichtete Konvergenzlinie in Deutschland einzieht. Hinter ihr folgt eine sich wellende Luftmassengrenze, die das Land aber erst am Samstag erfassen wird.

Diskussion

In der gesamten Südhälfte sowie entlang des Erzgebirges kann sich dank der feuchtwarmen Luftmasse bis maximal 1.500 J/kg CAPE bei Lapse Rates von bis zu 8 °C/km aufbauen. 0-6 km Scherung liegt meist bei 10 bis maximal 15 m/s und wird, vor allem entlang des Erzgebirges durch die Anwesenheit des Höhentiefs durch 0-3 km SRH-Werte bis maximal 200 m²/s² unterstützt. Unter diesen Voraussetzungen sind, getriggert durch Orographie, zum Nachmittag am Schwarzwald, Erzgebirge, Eifel und in den Alpen einige gewittrige Zellen denkbar, die vor allem über erstere beiden kräftig ausfallen können. Mesozyklonen, evtl. auch eine einzelne Superzelle, sind denkbar. Gefahren werden hier vor allem bei Starkregen und Hagel bis 3 cm, mit rotierenden Zellen bis 5 cm, liegen. Die Zellen werden, wie schon in den vergangenen Tagen, eher kurzlebig sein.

In den Abendstunden wird sich von Frankreich ausgehend eine Konvergenzlinie auf nach Deutschland machen und dabei über BeNeLux und dem Westen Deutschlands als Linie in den Nordosten ziehen. Hier gibt es in den Modellen teilweise erhebliche Unterschiede in der genauen Positionierung und Intensität, sodass die Lage nur grob umrahmt werden kann. 0-6 km Scherung wird eher gering, bei um die 10 m/s, sein, 0-3 km SHR dagegen bei etwa 200 m²/s². CAPE kann immerhin noch 750 bis 1.000 J/kg betragen. Sollten sich Zellcluster zu einer Linie, wie simuliert, formieren, ist vor allem mit gefährlichen Sturmböen bis 100 km/h bis in die Nacht hinein zu rechnen. Dazu liegt in dieser Region der Wassergehalt bei bis zu 45 mm, sodass intensiver Starkregen möglich ist. Hagel wird, bedingt durch die Tageszeit, eher von geringer Gefahr sein, bei maximal 2 cm Durchmesser.

Unsicherheiten herrschen auch bei einer möglichen zweiten Gewitterwelle am frühen Samstag morgen, die von Süd nach Nord ziehen könnte. Mit ihr wäre jedoch nur Starkregen denkbar.

Verifikation


     Gesamtniederschlag in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.          Gesamtzahl an Blitzen in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.


Insgesamt eher weiter östlich versetzte Gewitter, die vor allem früher als prognostiziert initialisierten. Aufgrund der langsamen Zuggeschwindigkeit und dem schnell zur Neige gehenden Energieangebotes frühe Auflösung, sodass eine Entwicklung hin zur Eigendynamik nicht mehr gegeben war. Damit fielen die Nachtentwicklungen praktisch aus. Auch das Höhentief zeigte sich weiter im Osten aktiv, wodurch am Erzgebirge nicht mehr die notwendige Dynamik zustande kam.

Es handelte sich im Groben um eine schwer vorhersagbare Lage, was auch die Uneinigkeit der Modelle im Vorfeld schon eindrücklich zeigte.



Mittwoch, 10. Juni 2015

Wetter 11.06.2015: Warmsektor und Höhentief bringen Gewitter



Gültig von: 11.06.2015, 08:00 MESZ bis 12.06.2015, 08:00 MESZ
Erstellt am: 10.06.2015, 21:45 MESZ

Einschätzung

Kategorie Slight - für Teile Baden-Württembergs und Bayerns

Thunderstorms - für Teile Baden-Württembergs und Bayerns, Hessens, Thüringens, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Brandenburgs

Zusammenfassung

Es besteht Potential für langanhaltenden Starkregen sowie Hagel bis maximal 2 cm.

Synoptik

Ein Langwellentrog ist mittlerweile sehr weit östlich über Russland positioniert und übt auf das Wettergeschehen über Europa praktisch keinen Einfluss mehr aus. Über der Biscaya konnte sich in den vergangenen Tagen ein Cut-Off etablieren, jedoch für Deutschland vorerst keine Rolle spielen wird. Dagegen wird ein Kurzwellentrog, der morgen über Deutschland zu liegen kommt, das Wetter maßgeblich beeinflussen.


Am Boden liegt weiterhin gemäßigtes Geopotential mit Tendenz zum Hochdruck über Deutschland vor, sodass der Kurzwellentrog als Höhentief daherkommen wird. Im Westen dagegen befindet sich unterhalb des Cut-Offs ein Bodentief, dessen Warmfront im Verlauf des Tages von Süden ausgehend feuchte Warmluft in Deutschland hinein transportiert.

Diskussion

Im Süden kann sich dank der Warmluft bis zu 1.000 J/kg CAPE etablieren, die über Orographie im Tagesverlauf in einem Umfeld von maximal 10 m/s 0-6 km Scherung und geringen 0-3 SRH-Werten unter 100 m²/s² zu isolierten, pulsierenden Gewittern führen können. Diese dürften aufgrund der langsamen Zuggeschwindigkeit und hohem Wassergehalt von bis zu 35 mm für länger anhaltenden Starkregen, vereinzelt auch kleinkörnigem Hagel bis maximal 2 cm sorgen.

Das Höhentief wird sich gegen Abend etwa über der Mitte Deutschlands positionieren und an seiner Südostflanke für moderate 0-6 km Scherung (15 - 20 m/s) über dem Osten sorgen. Dort dann auch vereinzelt Regionen mit um die 200 m²/s² 0-3 km SRH, aber eher niedrigen Wolkentops sowie geringe CAPE-Werte von 300 bis 500 J/kg, sodass zwar gewittrige Zellen zu erwarten sind, diese jedoch in ihrer Ausdehnung  (hochreichende Konvektion) und Intensität recht limitiert sein werden. Starkregen scheint hier die Hauptgefahr zu sein, evtl. ist auch Graupel im Bereich des Möglichen.

Verifikation


     Gesamtniederschlag in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.          Gesamtzahl an Blitzen in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.


Zellen blieben vor allem im Süden verbreitet sehr inaktiv bzw. lösten kaum aus. Hier definitiv Fehlprognose. Das Höhentief dagegen halbwegs gut erfasst, dieses legte aber erst in der Nacht und zum frühen Freitag morgen los.