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Dienstag, 25. August 2015

Wetter 26.08.2015: Ein Randtief bringt Sturm und Gewitter


Gültig von: 26.08.2015, 10:15 MESZ bis 27.08.2015, 08:00 MESZ
Erstellt am: 26.08.2015, 10:15 MESZ


Einschätzung

Kategorie Slight - für Teile Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, Bremens, Hamburgs und Schleswig-Holstein

Thunderstorms - für Teile Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens, Bremens, Hamburgs und Schleswig-Holstein 


Zusammenfassung

Es besteht Potential für Tornados, Böen bis 90 km/h und Starkregen.


Synoptik

Zum Mittwoch befindet sich über dem Nordatlantik ein zumindest teilweise abgetropfter, aber trotzdem weiträumig ausgedehnter Trog mit Zentrum unmittelbar vor den britischen Inseln, an dessen Südflanke eine sehr schwach ausgeprägte Kurzwelle über den Ärmelkanal und den Nordseeanreinern nordost- bzw. nordwärts zieht. Als Gegenspieler liegt über Südeuropa weiterhin ein Rücken, der aber ordentlich an Einfluss eingebüßt hat und sich im Prognosezeitraum nur langsam durch Ausdehnung Richtung Nordost erholt. Dabei wird sich für die kommenden Tage eine feste Luftmassengrenze quer über Mitteleuropa etablieren.

Unterhalb des Troges ist ein steuerndes Tief vor den britischen Inseln situiert, um das noch immer die Tiefs GERALD und HANS herumschwirren, während über die britischen Inseln hinweg ein drittes Randtief IMMANUEL hinwegzieht, dass in das komplexe Frontensystem aller beteiligten Tiefs eingebunden ist. Dabei sorgt es für erneute eher mäßige Warmluftadvektion vor allem über westliche Teile Europas. Ihm folgt zum Abend schließlich eine kräftige Kaltfront. Von Interesse wird jedoch eine sehr flache Tiefdruckrinne oder gar ein kleines Tief sein, dass sich den hochauflösenden Modellen nach zum späten Abend über BeNeLux entwickeln sollen. Wie immer würde sich in diesem Fall eine ausgeprägte Konvergenz entwickeln, an der konvektive Aktivitäten zu erwarten sind.


Diskussion

Bei Temperaturen von 25 bis 27 °C über BeNeLux und dem Nordwesten Deutschlands können sich vor allem entlang der Konvergenz zum Abend einige 100 J/kg CAPE entwickeln. Das ist zwar nicht äußerst viel, wird aber durch die äußerst gute Dynamik kompensiert. 0-6 km Scherwinde dürften dank der günstigen Lage des Jetstreams bei 20 bis 25 m/s liegen, teilweise auch höher. Dazu sind die 0-3 km Helizitätswerte zwischen 200 und 300 m²/s², sodass selbst bei den geringen Energiewerten noch einige recht organisierte Zellen zu erwarten sind. Äußerst interessant sind die Werte in den unteren Luftschichten, bei denen die 0-1 km Scherwinde bis zu 20 m/s und 0-1 km Helizität über 300 m²/s² betragen können. Damit herrscht ein recht hohes Potential für Tornados unterhalb stärkerer Schauer- bzw. Gewitterzellen. Die Wolkenbasis ist jedoch relativ hoch, was die Gefahr für Tornados etwas mindert.

Abgesehen von Tornados existiert zudem eine Gefahr für Böen zwischen 60 und 90 km/h, vor allem zum späten Abend bzw. in der Nacht auf Donnerstag. Bei einem ausfällbaren Wassergehalt von bis zu 40 mm ist auch Starkregen zu erwarten, der unter Umständen durch Mehrfachtreffer auch zu größeren Niederschlagssummen führen kann. Über deutschem Boden sind jedoch keine unwetterartigen Mengen zu erwarten. Hagel wird aufgrund des geringen Energiegehalts und des ungünstigen Zeitpunktes unbedeutend sein.


Verifikation

     Gesamtniederschlag in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.          Gesamtzahl an Blitzen in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.

Die erwarteten Gefahren sind auf deutschem Boden praktisch nirgends eingetroffen. Einzig einige Sturmböen direkt an der Nordseeküste und den Inseln konnten mit Aufzug eines Gewitters in der Nacht auf den 27.08. beobachtet werden, die stärkste davon war mit 74 km/h auf Spiekeroog gemessen worden. Tornados und intensivieren Starkregen gab es nicht. Nichtsdestotrotz handelt es sich in diesem Fall um eine gute Prognose, da die Markierungen das potentielle Gebiet perfekt abdecken, das zeigen vor allem die summierten Niederschläge.


Sonntag, 23. August 2015

Wetter 23.08.2015: Ein Cut-Off und Tief Gerald weisen den Weg


Gültig von: 23.08.2015, 10:15 MESZ bis 24.08.2015, 08:00 MESZ
Erstellt am: 23.08.2015, 10:15 MESZ


Einschätzung

Kategorie Slight - für Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Hessens, Saarlands, Rheinland-Pfalz' und Nordrhein-Westfalens

Thunderstorms - für alle Teile Deutschlands mit Ausnahme Bremens, Hamburgs und größere Teile Niedersachsens


Zusammenfassung

Es besteht Potential für stürmische Böen, Hagel bis 3 cm Größe und Starkregen.


Synoptik

Da sich in den neusten Modellläufen das Wetter aktiver zeigt als erwartet, nachträglich nun eine Einschätzung zur Lage.

Über dem Nordatlantik liegt ein etwas kleiner gewordener Trog mit Zentrum zwischen Island und den britischen Inseln. Es streckt sich von Grönland ausgehend bis etwa Frankreich und besitzt zwei Kurzwellen, von der eine über der Biscaya und die andere über BeNeLux und Norddeutschland liegt. Ein Cut-Off mit Zentrum über Nordostdeutschland bewegt sich stetig nach Westen, wird dabei von der Kurzwelle erfasst und in den Trog zurück integriert. Als Gegenspieler zum Trog liegt über Skandinavien ein durch das Cut-Off gut stabilisierter Rücken, dessen Einflussbereich bis an Island heranreicht. Mit Einschwenken des Troges und der Integration des Cut-Offs wird der Rücken jedoch wieder sukzessiv zurück in den Südosten verdrängt.

Am Boden liegt über dem gesamten Osten, Süden und der Mitte Europas flaches Geopotential vor, dass Richtung Norden, über Skandinavien, zu einem ausgedehnten Hochdruckgebiet ansteigt. Erst im Westen zeigt sich Tiefdruck in Form eines steuernden Tiefs GERALD über den britischen Inseln, dass in den kommenden Stunden verstärkter Zyklogenese ausgesetzt ist und nordwärts zieht, dabei aber entlang der Kurzwelle eine sehr lang gestreckte Tiefdruckrinne aufweist. Diese zieht zum Abend über den Westen und Süden Deutschlands und wird eine Konvergenzlinie eingelagert haben. Im Vorfeld kann im Zusammenspiel mit einem Hochausläufer über dem Balkan nochmal etwas feuchtere Luft nordwärts advehiert werden, die dann hinter der Konvergenz durch die Kaltfront von GERALD zumindest in Teilen ausgeräumt werden kann.


Diskussion

Heute werden sich zwei Aktivitätszentren über Deutschland zeigen, dessen eine, weniger interessante, über dem Nordosten unter dem Cut-Off sein wird. Aufgrund der kalten Höhenluft kann hier etwas Instabilität erzeugt werden und mit paar 100 J/kg sind vereinzelt schauerartige Gewitter möglich.
Im Westen und Süden wird sich dagegen am Nachmittag zuerst die Konvergenz und anschließend die Kaltfront zeigen, an denen ebenfalls mehrere 100 bis maximal 1.000 J/kg möglich sein können. Hier sind vor allem über Baden-Württemberg 0-6 km Scherwinde von um die 15 m/s sowie 0-3 km Helizitätswere um 200 m²/s² denkbar, sodass von vereinzelt organisierten Entwicklungen ausgegangen werden kann. Der Modus wird wohl hauptsächlich bei gruppigen Gewitterzellen liegen, die sich entlang der Konvergenz zeitweise als geschlossene Linie präsentieren können. Bei genannten Werten, vor allem in einem Umfeld, bei dem etwas mehr Energie präsent ist, kann die Entwicklung rotierender Systeme nicht ganz ausgeschlossen werden.


Die Gefahren werden bei stürmische Böen - gerade bei geschlosseneren Liniensegmenten - und Hagel bis maximal 3 cm liegen. Auch Starkregen könnte evtl. ein Thema sein, die Menge an ausfällbarem Wasser ist bei um die 30 mm jedoch nicht besonders hoch. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass die Konvergenz später deutlich verzögert wird und stärkere Zellen dadurch länger über einem Ort verweilen können. Hier wären dann lokal kurzzeitig leichte Überschwemmungen denkbar. Bis zum Montag morgen wird sich das gesamte System unter graduellen Abschwächung bis über nördliche Teile Deutschlands verlagert haben.


Verifikation

     Gesamtniederschlag in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.          Gesamtzahl an Blitzen in 24 Stunden bis 07:50 Uhr.

Im Osten wurden zwar Aktivitäten bis hin zum Erzgebirge erwartet, insgesamt traf die Prognose aber ganz gut zu.